WIR im Jahr 2020

Unsere Gemeinde im Jahre 2020

Über mangelnde Unterstützung ihrer Mitglieder kann sich unsere Gemeinde nicht beklagen. Dass es möglich war, den Kirchturm allein aus Spendengeldern instand zu setzen, ist dafür ein neuerlicher Beleg. Dafür ist das Presbyterium sehr dankbar.

Dennoch: Die Gemeindegliederzahlen unserer kleinen Einpfarrstellengemeinde sind in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen und der finanzielle Gestaltungsspielraum ist ebenfalls von Jahr zu Jahr enger geworden. Zwar konnten wir in den letzten Jahren durch die Verpachtung und Veräußerung von Grundstücken dieser Entwicklung gegensteuern, aber dies wird langfristig nicht ausreichen. Die Ausgaben der Gemeinde sind zum allergrößten Teil Personalkosten - und mit den Personen verbunden sind die Arbeitsfelder der Gemeinde. Diese Situation nötigt das Presbyterium, wenn Entscheidungen zu treffen sind, Prioritäten zu setzen. Wie aber macht man das, wenn man doch alle Arbeitsfelder von der Kindertagesstätte bis zur Seniorenarbeit für wichtig und unverzichtbar hält?

Diese Frage ist für das Presbyterium nicht leicht zu beantworten. Sie verbindet sich zunehmend mit der Frage: Wie wird es mit unserer Gemeinde weiter gehen? Diese Frage spricht zum einen unsere Ressourcen an: Welche Möglichkeiten und Mittel werden wir in Zukunft haben, um evangelische Gemeinde in Bergisch Neukirchen zu gestalten?

Zum anderen geht es ja auch darum, die vorhandenen Ressourcen angemessen einzusetzen. Unsere Gesellschaft ist im Wandel begriffen, nicht zuletzt im demographischen Wandel. Wie ist dem bei Zukunftsüberlegungen Rechnung zu tragen? Und dann und wann traut sich auch mal jemand die weitestgehende Frage zu stellen: Hat unsere Gemeinde als selbständige Einheit überhaupt eine Zukunft?

Wie also wird es weiter gehen?

Keiner kann die Zukunft voraussehen und dies mit absoluter Gewissheit sagen. Dennoch hat das Presbyterium beschlossen, sich in Form eines Szenarioprozesses mit dieser Frage zu beschäftigen um daraus Kriterien für zukünftige Weichenstellungen zu gewinnen.

Konkret: An Hand von fünf ausgewählten Schlüsselfaktoren werden wir Szenarien entwickeln, wie sich unsere Gemeinde bis zum Jahr 2020 entwickeln wird.

Als Schlüsselfaktoren hat sich das Presbyterium auf folgende Aspekte verständigt:

• Finanzen

• Demographische Entwicklung des Stadtteils Bergisch Neukirchen

• Nachfrage nach Angeboten der Kirchengemeinde

• Bedarfs- und Bedürfnisentwicklung der Bevölkerung

• Modellprojekte zu Veränderungsprozessen und ihre Gestaltung

Eine Steuerungsgruppe beschäftigt sich gegenwärtig mit der Frage, welche Daten wir brauchen, um diese Schlüsselfaktoren angemessen untersuchen zu können. Angestrebt wird die tatsächliche Entwicklung in den zurückliegenden 10 Jahren zu analysieren und Hypothesen für die Entwicklung bis 2020 aufzustellen. Diese „Hypothesen“ müssen so nicht eintreffen, aber sie geben doch einen Trend an, wie die Entwicklung vermutlich verlaufen wird.

Die Hoffnung des Presbyteriums ist es, auf diesem Wege ein konsensfähiges Leitbild erstellen zu können, dass zukunftsfähige Entscheidungen ermöglicht.