Jugend lernt 10

Jugend lernt?! - Teil 10

Unter dem Motto versuchen wir im „Kellergeist“ die „Basis“ - Informationen des christlichen Glaubens für junge Menschen (aber nicht nur) zu erklären. In dieser Ausgabe geht es um das Thema „Taufe“.

Warum sind wir getauft?

Wenn ein Schiff getauft wird, dann wirft man ihm eine Flasche Champagner an den Rumpf und gibt ihm einen Namen, bevor es zum ersten Mal in See stechen darf.

Was hat es aber mit der christlichen Taufe auf sich?

Neben dem Abendmahl ist die Taufe das zweite der beiden Sakramente, die die evangelische Kirche kennt. Im Unterschied zum Abendmahl findet die Taufe jedoch nur einmal im Leben eines Menschen statt. Die Taufe als Sakrament zu bezeichnen, bedeutet: Sie geht auf Jesus selbst zurück; er hat den Menschen den Auftrag gegeben, dass jeder Christ getauft werden soll. Und die Taufe ist eine Handlung, mit der eine unsichtbare Wirklichkeit durch etwas Sichtbares zum Ausdruck gebracht wird. 

Durch die Taufe wird ein Mensch zum Mitglied der christlichen Gemeinde. Der Christ wird „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ getauft. Damit wird gesagt, dass Gott neben der Familie, Kindergarten, Schule, Kirche, Sportverein, Freunde und Bekannten eine wichtige Rolle im Leben dieser Menschen spielt.

Das Wasser spielt bei der Taufe eine wichtige Rolle; es ist ein Symbol: Ohne Wasser kann es kein Leben geben. Jedes Leben braucht Wasser – doch das Wasser kann auch sehr zerstörend wirken; zum Beispiel bei Unwettern. Das Wasser ist also Symbol für das Leben und gleichzeitig auch für den Tod. Wenn bei der Taufe Wasser verwendet wird, dann zeigt dies, dass mit dem Glauben an Jesus Christus und der Aufnahme in die Gemeinde ein ganz neues Leben beginnt. Doch das Wasser ist nicht nur Symbol für Leben und Tod, sondern es symbolisiert auch die Reinheit: Wer schmutzig ist, muss sich waschen, um sauber zu werden. Wenn bei der Taufe Wasser verwendet wird, dann zeigt dies auch, dass der Getaufte nun gereinigt worden ist – und zwar gereinigt von seiner Schuld. Denn Gott hat durch den Tod seines Sohnes am Kreuz, uns unsere Schuld vergeben.

Zurzeit Jesu wurden die Menschen getauft, wenn sie bereits erwachsen waren. Doch im Lauf der Zeit haben sich Christen überlegt, dass es vor allem Gott ist, der in der Taufe handelt: Er schenkt dem Menschen ein neues Leben. Und um zu zeigen, dass Gott dieses neue Leben wirklich allen schenken will, ging man dazu über, schon kleine Kinder zu taufen. Der Unterschied zwischen der Erwachsenen-Taufe und der Kleinkind-Taufe ist nicht zu übersehen: Wer als erwachsener Mensch getauft wird, muss sich diesen Schritt gut überlegen; er muss sich aktiv für den Glauben an Gott entscheiden – dies kann ein kleines Kind jedoch nicht. Natürlich kann man niemanden zum Glauben zwingen, und nicht jeder, der getauft ist, glaubt deshalb auch automatisch an Gott. Aus diesem Grund gibt es in der evangelischen Kirche die Konfirmation. Das Wort Konfirmation kommt aus dem lateinischen und heißt „Bestätigung“. Mit der Konfirmation erhalten Jugendliche die Gelegenheit dazu, sich zu überlegen, ob sie „ja“ zu ihrer Taufe sagen wollen.

Zwei wichtige und interessante Bibelstellen zum Thema Taufe sind die folgenden: Die Worte, mit denen Jesus sagt, dass die Christen getauft werden sollen, stehen im Matthäusevangelium 28, 18-20. Und ein Beispiel für die Taufe eines Menschen, der zum Glauben an Gott gekommen ist, findet sich in der Apostelgeschichte 8, 26-40.