Jugend lernt 2

Jugend lernt?! - Teil 2

Unter dem Motto „Jugend lernt ?!-“ versuchen wir in den nächsten „Kellergeistern“, die „Basis“ Informationen des christlichen Glaubens für junge Menschen (aber nicht nur) zu erklären. Hiermit kommen wir der Bitte einiger Jugendlichen und Eltern nach, die wissen wollen, worum es in diesem christlichen Glauben eigentlich geht und gleichzeitig keine Lust dazu haben, sich beim Lesen von abgehobenen, schwer verständlichen Texten, mit vielen Fremdwörtern, zu langweilen. Wir versuchen die wirklich wichtigen Fakten, verständlich auf zu schreiben. 

In dieser Ausgabe geht es um das Thema: Jesus von Nazareth.

Von ganz entscheidender Bedeutung für den christlichen Glauben ist eine Person: Jesus von Nazareth, der vor beinahe 2000 Jahren in Israel lebte. Ohne ihn, sind das Christentum und die Kirche nicht denkbar; und fast der ganze zweite Teil der Bibel, das Neue Testament, handelt von ihm. Von Jesus sagen manche, er sei der Sohn Gottes; andere sagen, er sei ein Mensch gewesen, der besonders vorbildlich gelebt hat; und wieder andere sagen, er sei vom Tod auferstanden. Diese ganz verschiedenen Aussagen machen schon deutlich, dass man die Person Jesu von mehreren Seiten betrachten kann und muss.

Wo Jesus war, waren oft auch viele Menschen, denn bei Jesus passierten oft erstaunliche Dinge: Kranke wurden gesund; Blinde konnten plötzlich wieder sehen und Gelähmte wieder gehen, weil Jesus sie heilte. Daran erkannten manche Menschen: Jesus ist der Sohn Gottes. Aber Jesus ist nicht einfach aus dem Nichts auf der Erde erschienen oder vom Himmel gefallen – nein, er wurde ganz normal als Baby geboren und lebte als normaler Mensch. Jesus ist zwar der Sohn Gottes, aber er war gleichzeitig auch wirklich Mensch.

Als Jesus erwachsen war, zog er durch das Land und erzählte den Menschen von Gott. Dabei kümmerte er sich ganz besonders um die Menschen, die krank oder arm oder aus irgendwelchen anderen Gründen kein gutes Ansehen bei ihren Mitmenschen hatten: Er heilte die Kranken und besuchte diejenigen, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte. Damit zeigte er: Gott liebt ausnahmslos alle Menschen – nicht nur die, die es im Leben zu etwas bringen und gut angesehen sind.

Wenn Jesus von Gott erzählte, sprach er meistens vom Reich Gottes. Damit ist gemeint: Gott möchte, dass alle Menschen in Gemeinschaft miteinander und mit ihm, mit Gott selbst, leben können. Sie sollen fröhlich sein und Frieden und Gerechtigkeit haben.

Jesus sagte den Menschen also, dass Gott sie liebt, und dass er sein Reich für sie aufbauen will. Aber gleichzeitig erwartet Gott auch etwas von den Menschen: Jesus verkündigte den Menschen diese Erwartung mal in einem Satz: „Liebe Gott, und liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“ Dieser Aufruf wird auch als das Doppelgebot der Liebe bezeichnet, weil er zwei Teile hat. Der erste ist: Jeder Mensch wird eingeladen, Gott zu lieben, mit ihm zu leben und eine persönliche (eigene) Beziehung zu ihm zu haben, denn jeder Mensch kann sich darauf verlassen das Gott ihn liebt. Und der zweite Teil sagt: Die Menschen sollen sich gegenseitig lieben; sie sollen füreinander da sein, denn wenn jemand das tut, dann beginnt das Reich Gottes immer wieder neu und schon im Kleinen.

Außerdem ist Jesus zum Tod verurteilt und hingerichtet worden. Doch nach drei Tagen ist er wieder vom Tod auferstanden. Der Tod und die Auferstehung Jesu sind der allerwichtigste Inhalt des christlichen Glaubens und wird ein eigenes Thema in einem der nächsten Kellergeister.

Die Evangelien im Neuen Testament (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) handeln vom Leben Jesu, und es ist wirklich interessant, einmal ein Evangelium ganz zu lesen. Die Heilung eines Blinden durch Jesu kann man im Markusevangelium Kapitel 10, in den Versen 46-52 nachlesen. Das Doppelgebot der Liebe steht im Matthäusevangelium Kapitel 22, in den Versen 37-39. Und die Liebe Gottes zu jedem einzelnen Menschen kommt ganz deutlich in dem Gleichnis (Beschreibung an einem Beispiel) vom verlorenen Sohn, das Jesus erzählt, zum Ausdruck (Lukasevangelium Kapitel 15, in den Versen 11-32).