Jugend lernt 4

Jugend lernt ?! Teil 4

Unter dem Motto „Jugend lernt ?!-“ versuchen wir in Unregelmäßigen Abständen im „Kellergeist“, die „Basis“ Informationen des christlichen Glaubens für junge Menschen (aber nicht nur) zu erklären. 

In dieser Ausgabe geht es um das Thema: „Schuld und Vergebung“.

Schuld und Vergebung – ohne dieses Thema wäre der christliche Glaube nichts wert. Beides spielt eine zentrale Rolle, und es ist ganz eng verknüpft it der Kreuzigung und der Auferstehung Jesu. Viele Menschen denken darüber nicht gerne nach, denn es ist nicht besonders angenehm, sich mit der eigenen Schuld auseinanderzusetzen. Doch gerade deshalb ist dieses Thema so wichtig.

Wie gesagt: Man kann über dieses Thema nicht nachdenken, ohne dabei auch den Tod Jesu am Kreuz im Blick zu haben. Denn der Tod Jesu hatte nicht nut den Sinn, zu zeigen, dass Jesus Gottes Sohn ist. Darüber hinaus ist der Tod Jesu am Kreuz die entscheidende Tatsache, die es den Menschen überhaupt erst ermöglicht, mit Gott Gemeinschaft zu haben. Wie kann das gehen? Jeder Mensch kann in seinem eigenen Leben sehen, dass sein Verhältnis zu Gott nicht optimal ist; die Beziehung zwischen Gott und Mensch ist gestört. Eine optimale Beziehung wäre es, wenn Gott im Leben eines Menschen die wichtigste Rolle spielen würde. Aber an diese erste Stelle setzt der Mensch häufig sich selbst. Die Folge ist nicht nur ein gestörtes Verhältnis zu Gott – sondern auch zu den Mitmenschen. Denn wenn jemand vor allem an sich selbst denkt, dann bleiben andere dabei auf der Strecke. Diese Tatsache, dass jeder Mensch sich selbst zum Mittelpunkt des eigenen Lebens macht, so dass die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen gestört werden, bezeichnet die Bibel mit dem altertümlichen Wort Sünde. Die Sünde ist also nicht in erster Linie eine schlechte Tat sondern eine grundsätzliche Einstellung des Menschen. Doch aus dieser Einstellung heraus kommt es zu einzelnen Handlungen, die nicht gut für die Beziehung des Menschen zu Gott und zu den Mitmenschen sind. Das muss gar nicht heißen, dass immer eine böse Absicht hinter solchen Taten steckt. Aber das ist auch nicht das Entscheidende. Der Mensch lädt trotzdem Schuld auf sich, weil er sich selbst für wichtiger nimmt als alles andere und darum Dinge tut, die Gott und anderen Menschen gegenüber nicht in Ordnung sind. Die so entstandene Schuld hindert den Menschen daran, mit Gott Gemeinschaft zu haben; es entsteht eine Trennung zwischen dem Mut und Gott.

Aber Gott selbst macht den ersten Schritt, um diese Trennung wieder zu überwinden. Jesus stirbt am Kreuz, obwohl er selbst selten etwas Böses getan hat. Und er bietet jedem einzelnen Menschen an, dort am Kreuz stellvertretend seine Schuld auf sich zu nehmen. So kann sie vergeben werden, und der Mensch kann zu Gott kommen. Doch Jesus zwingt niemanden. Sein Angebot ist wie eine ausgestreckte Hand, die man ergreifen kann aber nicht muss. Wer dieses Angebot annimmt, bekommt die Vergebung geschenkt. Man muss sie sich nicht durch gute Taten erarbeiten.

Weil das Thema von Schuld und Vergebung eine so große Rolle spielt, gehören die folgenden Bibelstellen zu den wichtigsten der ganzen Bibel: In Römer 3, 22-24 geht es zum Beispiel um Schuld und Vergebung. Und schon etwa 750 Jahre, bevor Jesus gestorben ist, hat der Prophet Jesaja davon gesprochen, dass jemand kommen würde, um die Vergebung zu ermöglichen: Jesaja 53, 1-12. Wie Jesus es mit seinen eigenen Worten sagt, kann man in Matthäus 20,28 nachlesen.