Jugend lernt 9

Jugend lernt?! - Teil 9

Unter dem Motto versuchen wir im „Kellergeist“ die „Basis“ - Informationen des christlichen Glaubens für junge Menschen (aber nicht nur) zu erklären. In dieser Ausgabe geht es um das Thema „Gebet“.

Sehr viele Menschen können heute mit dem Gebet nicht mehr viel anfangen. Manche fragen sich, ob Gott sie auch wirklich hört und beachtet; andere betrachten das Gebet als ein Zeichen von Schwäche… Mit jemandem zu reden, den man nicht sieht und dessen Antwort man nicht laut und deutlich hört – das ist auch wirklich ein etwas seltsames Gefühl. Wieso ist das Gebet aber trotzdem so wichtig für uns Christen?

Zu Gott kann man als Mensch eine persönliche Beziehung haben. Und zu einer Beziehung gehört als ganz wichtiger Bestandteil auch immer der Austausch. Mit Gott reden kann man im Gebet. In der Bibel sagt Gott den Menschen, dass er für sie da ist und auf ihre Gebete hört. Darauf vertrauen wir Christen. Beten kann man grundsätzlich zu jeder Zeit und an jedem Ort. Aber trotzdem ist es gut, sich für das Gebet Zeit und Ruhe zu nehmen. Denn wenn man ein vertrauensvolles Gespräch mit einem wichtigen Menschen führen will, dann geht das eben am besten, wenn man nicht abgelenkt und in Eile ist. So wie zu einem Gespräch zwischen zwei Personen gehört auch zum Gebet das Zuhören. Beten ist kein Selbstgespräch und kein Vortrag, den man in die Luft spricht – sondern wer betet, der will auch wissen, was Gott ihm zu sagen hat. An dieser Stelle haben viele Menschen allerdings Probleme, denn wenn Gott zu jemandem spricht, dann ist dies ganz oft nicht mit den Ohren zu hören. Zuallererst spricht Gott durch sein Wort, die Bibel. Aber auch durch eine gute, interessante Predigt oder ein anderes Wort eines Mitmenschen kann Gott reden. Und Gott kann auch durch Situationen und Eindrücke, bis hinein in die Gedanken eines Menschen, sprechen. Natürlich gehört es auch zum Gebet, selbst zu kommunizieren. Weil man Gott vertrauen kann, darf ein Mensch ihm alles mitteilen, was ihn bewegt. Wichtiger Bestandteil des Gebets sind also: Still-Sein, Zuhören und Selbst – sich - Mitteilen.

Persönliche Probleme und Bitten, aber auch die Dinge, über die man sich freut, darf man Gott sagen. Über Unschönes darf man bei Gott klagen und ihn für schönes loben und ihm danken. Auch an für andere Menschen darf man Gott bitten und danken!

Manchmal verwechseln Menschen Gott mit einem Automaten, in den man oben eine Bitte hineinsteckt, und unten kommt das gewünschte Ergebnis heraus. So funktioniert Gott nicht. Gott will wirklich nur das Beste für uns – das bedeutet aber auch, dass der Wille Gottes mitunter vom Willen des Menschen abweichen kann und ein Mensch nicht das bekommt, worum er Gott gebeten hat. Es ist gut, zu beten und fest auf Gott zu vertrauen. Aber ein Missverständnis besteht darin, immer nur zu beten und dabei zu vergessen, dass es auch wichtig ist, selbst etwas zu tun. Das Gebet ersetzt das Handeln nicht, denn Gott hat den Menschen einen Kopf zum Nachdenken gegeben und Hände, mit denen sie Dinge anpacken können. Beten und Handeln gehören zusammen, zwei Seiten einer Münze.

Die Menschen fragten Jesus einmal, wie man zu Gott beten kann, und Jesus sagte ihnen ein Gebt als Beispiel. Dieses Gebet ist das Vater-Unser. Es steht im Mattäusevangelium Kapitel 6 ab Vers 5. In den Psalmen der Bibel findet sich eine Sammlung von Gebeten, die Menschen vor vielen Jahren zu Gott gesprochen haben. Diese Psalmen können sehr hilfreich sein, wenn man selbst keine Worte zum Beten findet. Ein sehr schönes Gebet ist Psalm 23. Und eine wichtige Zusage Gottes zum Thema „Gebet“ steht in Psalm 50, 15 (5015 – Telefonnummer Gottes!). Was Jesus den Menschen verspricht, die zu Gott beten, kann man in Mattäus 7, 7-11 nachlesen.