Jugend lernt 12

Jugend lernt?! – Teil 12

Unter dem Motto versuchen wir im „Kellergeist“ die „Basis“ - Informationen des christlichen Glaubens für junge Menschen (aber nicht nur) zu erklären. In dieser Ausgabe geht es um das Thema „Die 10 Gebote“.

Die 10 Gebote sind ein Teil des christlichen Glaubens, der sehr oft missverstanden wird. Viele Menschen mussten diese Gebote schon auswendig lernen, und bei vielen von ihnen entstand so der Eindruck, dass die zehn Gebote ein Mittel Gottes sind, mit dem er den Menschen seinen Willen aufzwingen will. Heute sagen viele: „Ich kann alleine entscheiden, was gut für mich ist, und niemand hat mir etwas vorzuschreiben – auch nicht Gott“.

Die Menschen, die in den zehn Geboten ein Mittel sehen, mit dem Gott die Menschen unterdrücken will, übersehen allerdings, wem Gott seine Gebote gibt. Gott gibt die Gebote seinem Volk, den Menschen, die zu ihm gehören wollen! Die zehn Gebote sind also für das Volk Gottes gemacht – und gerade nicht für diejenigen, die nichts mit Gott zu tun haben wollen. Außerdem sind die zehn Gebote nicht das erste und Wichtigste, was Gott den Menschen mitteilen will. Sondern zuallererst sagt den Menschen, dass er ihn liebt. Wer von dieser Liebe überzeugt ist und deshalb mit Gott leben will, für den werden dann automatisch die Gebote Gottes wichtig. Denn wie in jeder Beziehung zwischen zwei Menschen, so ist es auch in der Beziehung zwischen einem Menschen und Gott: Man bekommt etwas  - aber für eine gute Beziehung muss man gleichzeitig auch etwas tun, damit sie funktioniert.

Wenn man sie genau betrachtet, kann man erkennen, dass die zehn Gebote sich in zwei Gruppen aufteilen lassen: Die ersten drei Gebote regeln das Zusammenleben von Gott und den Menschen, und die Gebote 4-10 regeln das Zusammenleben der Menschen untereinander. Diese Unterteilung der Gebote kommt auch bei Jesus zum Ausdruck, als er die Gebote im Doppelgebot der Liebe zusammenfasst: „Liebe Gott, und liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!“

Gott zeigt den Menschen in den Geboten, wie das Leben gut funktioniert kann. Die Gebote dienen also nicht dazu, den Menschen Gottes Willen aufzuzwingen – sondern die Gebote wollen den Menschen dabei helfen, ihr Leben zufrieden (z.B. ohne Neid) zu gestalten. Ein einzelnes ist dabei nicht mehr wert als ein anderes. Ein ausgeglichenes Leben,  mit Gott eins, führt man ich nur dann, wenn ich die Gebote versuche als Einheit zu halten.

In  der Bibel stehen die zehn Gebote gleich zweimal; nämlich im zweiten Buch Mose, Kapitel 20 in den Versen 1-17 und im fünften Buch Mose, Kapitel 5 in den Versen 1-22. Das Doppelgebot der Liebe, mit dem Jesus die Gebote zusammengefasst hat, kann man in Matthäus 22, 37-40 nachlesen.